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Wärmepumpe.
Im Bestand.

Heizung· 5 Min. Lesezeit

„Wärmepumpe geht überall" — das ist ein Halbwahrheits-Mantra. Im Neubau stimmt es. Im Bestandsbau braucht es Voraussetzungen, sonst wird die JAZ (Jahresarbeitszahl) so schlecht, dass die Stromkosten höher als die alten Gaskosten sind. Hier die ehrliche Bewertung.

Was eine Wärmepumpe braucht

Eine Wärmepumpe arbeitet effizient, wenn sie mit niedriger Vorlauftemperatur auskommt. Idealwerte:

Pro 5 °C niedrigere Vorlauftemperatur sinkt der Stromverbrauch der Wärmepumpe um 10–15 %.

Die 4 Faktoren, die entscheiden

1. Dämmstandard

Pflicht: Mindestens Dach-Dämmung und 2-fach verglaste Fenster. Empfohlen: Außenwanddämmung 12 cm WDVS oder gleichwertig. Bei unsaniertem Massivbau aus den 60ern ohne Dämmung: Wärmepumpe nicht wirtschaftlich, ohne dass Sie zusätzlich dämmen.

2. Heizflächengröße

Alte Radiatoren der 70er sind oft zu klein, um bei 45 °C ausreichend Wärme abzugeben. Lösung: Größere Heizkörper einbauen (Niedertemperatur-Modelle) oder ergänzend Fußbodenheizung in den Hauptaufenthaltsräumen nachrüsten.

3. Warmwasserbedarf

Wärmepumpen sind beim Warmwasser ineffizient (60 °C Vorlauf nötig wegen Legionellen-Schaltung). Wer viel duscht: zusätzlichen Boiler mit Solarthermie oder Frischwasserstation einplanen — sonst frisst Warmwasser-Heizen die ganze Effizienz auf.

4. Aufstellort

Außengerät braucht 3 m Abstand zur Nachbargrenze (Geräusche) und 30 cm Sockel-Höhe. Innengerät braucht Platz für 200-Liter-Speicher (ca. 60 × 60 cm Standfläche).

Realistische JAZ-Werte im Bestand

Die JAZ (Jahresarbeitszahl) beschreibt, wie viel Wärme aus 1 kWh Strom kommt. Erst ab JAZ ≥ 3,0 ist die Wärmepumpe wirtschaftlich:

Wenn ein Heizungsbauer ohne Lastberechnung sofort eine Wärmepumpe empfiehlt — Vorsicht. Eine ehrliche Bewertung beginnt mit der Heizlast-Berechnung nach DIN EN 12831.

Was wir empfehlen, wenn die Voraussetzungen nicht passen

  1. Zuerst dämmen: Dachdämmung + Fenster austauschen. Reduziert Heizlast um 25–40 %.
  2. Größere Heizkörper: Niedertemperatur-Modelle, gleichzeitig mit der Wärmepumpe einbauen.
  3. Hybrid-Lösung: Wärmepumpe für 70 % Grundlast, Gas-Brennwert für Spitzenkälte. Kostet 5.000 € mehr, aber funktioniert im unsanierten Bestand.
  4. Im Extremfall: Pellet statt Wärmepumpe. Bei ungedämmtem 70er-Haus oft die wirtschaftlichere Option.

Der wichtigste Tipp

Lassen Sie einen Energieberater vor der Heizungsentscheidung ins Haus. 1.500 € Beratung kann 10.000–15.000 € Fehlinvestition verhindern. Wir arbeiten mit zwei festen Energieberatern in Schwetzingen und Heidelberg zusammen.

Ehrliche Heizungs-Beratung im Bestandsbau

Wir kommen vor Ort, machen eine Erstabschätzung und sagen Ihnen, ob Wärmepumpe Sinn macht — oder ob Sie besser eine andere Variante wählen.

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