Die Optionen im Überblick
1. Luft-Wasser-Wärmepumpe
Investition: 25.000–40.000 € inkl. Einbau (bei EFH 130 m²)
Förderung BEG-EM: 30 % Grundförderung + 5 % Klimabonus + bis 30 % einkommensabhängig
Eignung: Sehr gut für Neubauten und sanierte Altbauten mit Flächenheizung (Fußboden, Wand). Im unsanierten Altbau mit Radiatoren funktioniert sie, aber mit höheren Stromkosten.
JAZ (Jahresarbeitszahl) Zielwert: ≥ 3,5 — sonst lohnt es sich nicht.
2. Hybrid-Heizung (Gas + Wärmepumpe)
Investition: 18.000–28.000 €
Förderung: Eingeschränkt — Gasanteil wird ab 2024 nicht mehr stark gefördert
Eignung: Übergangslösung. Wärmepumpe deckt 70–80 % der Heizleistung, Gas springt bei Spitzenlast ein. Sinnvoll, wenn das Haus noch nicht voll sanierungsfähig ist und Sie nicht 10 Jahre warten wollen.
3. Pellet-Heizung
Investition: 28.000–38.000 € (inkl. Pelletlager und Förderschnecke)
Förderung: Bis 30 % BEG, +20 % bei Tausch alter Ölheizung
Eignung: Ideal für Altbauten mit hohem Wärmebedarf, Häuser im Wald oder ohne Gasanschluss. Braucht aber Platz für Pelletlager (mind. 6 m³) und regelmäßige Asche-Entsorgung.
4. Gas-Brennwert (mit H2-ready)
Investition: 8.000–14.000 €
Förderung: Keine spezifische BEG-Förderung mehr
Eignung: Nur noch sinnvoll als Notlösung oder Übergang. Ab 2028 dürfen reine Gasheizungen in vielen Neubaugebieten nicht mehr neu installiert werden. Für Bestandsbauten noch möglich, aber Sie investieren in eine Technologie mit absehbarem Ende.
5. Fernwärme
Investition: 8.000–15.000 € (Hausübergabestation + Verrohrung)
Förderung: 30 % BEG bei Anschluss
Eignung: Wenn vorhanden — meistens die einfachste, wartungsärmste Lösung. Aber: Sie haben einen einzigen Lieferanten und sind preislich abhängig.
Welches System für welches Haus?
Neubau / KfW-55-Standard
Empfehlung: Luft-Wasser-Wärmepumpe + Photovoltaik. Die Kombination ergibt sich oft praktisch zu Nullbetriebskosten. Förderung und Eigenstromnutzung machen es zur wirtschaftlich besten Variante über 15–20 Jahre.
Saniertes Altbau (EFH der 80er/90er)
Empfehlung: Wärmepumpe, sofern Heizflächen passen oder leicht erweiterbar sind. Mehr dazu in unserem Artikel zur Wärmepumpe im Bestandsbau.
Unsanierter Altbau (vor 1980, ölbeheizt)
Empfehlung: Pellet-Heizung oder Hybrid. Reine Wärmepumpe funktioniert hier nur bei zusätzlicher Dämmsanierung gut. Pellet ist die robusteste Lösung im unsanierten Gebäude.
Wohnung in Reihenhaus / MFH
Empfehlung: Fernwärme, falls vorhanden. Sonst: Wärmepumpe-Innengerät mit Schallschutzkonzept. Pellet ist meist nicht möglich.
Die richtige Heizung ist nicht die mit der höchsten Förderung, sondern die, die zu Ihrem Haus passt. Wir beraten ergebnisoffen.
Was es 2026 zu beachten gibt
- 65-%-Erneuerbare-Regel: Ab 2024 stufenweise Pflicht — neue Heizungen müssen zu 65 % aus erneuerbaren Energien gespeist werden
- Heizungstausch-Frist 30 Jahre: Heizkessel älter als 30 Jahre müssen ausgetauscht werden (Ausnahmen für Brennwertkessel)
- Förderantrag VOR Vertragsabschluss stellen — sonst kein Geld
Unser Rat
Lassen Sie einen Energieberater ins Haus kommen — die Beratung kostet 1.000–1.500 € und ist über die BAFA-Förderung zur Hälfte gedeckt. Ergebnis ist ein iSFP (individueller Sanierungsfahrplan), der bei jeder weiteren Förderung 5 % Bonus bringt. Wir arbeiten mit zwei festen Energieberatern im Rhein-Neckar-Kreis zusammen.
Wir koordinieren Energieberater, Heizungsbauer, ggf. Estrich- und Bodenarbeiten und die Förderanträge. Sie haben einen Ansprechpartner, nicht fünf.
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