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Schwarz-
kleber. Gefahr drunter.

Asbestsanierung· 5 Min. Lesezeit

„Alte Fliesen rausreißen und neue rein — was soll dabei schon schiefgehen?" Sehr viel, wenn unter den alten Fliesen Schwarzkleber sitzt. Dieser Bitumenkleber wurde von etwa 1955 bis 1986 in Deutschland flächendeckend verwendet und enthielt bis zu 60 % Asbest. Was Sie wissen müssen.

Was ist Schwarzkleber?

Schwarzkleber ist ein bitumenhaltiger Klebstoff, der harzig-schwarz aussieht und im warmen Zustand verarbeitet wurde. Er wurde unter PVC-Belägen, Linoleum, Cushion-Vinyl und teilweise auch unter klassischen Steingut-Bodenfliesen verlegt — besonders in Küchen, Bädern, Fluren und Kellern von Gebäuden der 1960er und 70er Jahre.

Asbestanteil: typischerweise 10–60 %, je nach Hersteller und Charge.

Warum ist es besonders gefährlich?

Der Asbest in Schwarzkleber liegt fest gebunden vor — solange der Belag intakt ist, gehen keine Fasern an die Luft. Aber: Sobald gestemmt, abgeschliffen oder die Fliesen mit Hammer und Meißel entfernt werden, brechen die Faserbindungen und es entstehen extrem hohe Faserkonzentrationen in der Raumluft. Ein einziger Arbeitstag mit nicht-fachgerechtem Aufstemmen kann höhere Faserwerte verursachen als der jahrelange Aufenthalt in einem völlig unsanierten Asbestdach-Lager.

Wie Sie es erkennen können

Es gibt zwei häufige Erkennungsmerkmale, aber Sicht allein reicht nicht:

Sicherheit gibt nur eine Materialprobe im Labor — Kosten ca. 60–120 €.

Sanierungsoptionen

Variante 1: Überdecken (Encapsulation)

Wenn der Belag intakt ist und der Estrich darunter eben bleiben kann: Neuen Bodenaufbau einfach darüber legen (schwimmender Estrich, Trockenestrich-Platten oder dichte Folie + neuer Bodenbelag). Pro: Günstig (5–15 €/m²), kein Asbest-Sanierungsaufwand. Con: Aufbauhöhe steigt um 2–4 cm — bei niedrigen Türen problematisch.

Variante 2: Fachgerechte Entfernung nach TRGS 519

Schutzbereich einrichten, befallene Fläche staubarm aufnehmen mit Spezialmaschinen (Diamant-Trockenfräse mit HEPA-Direktabsaugung), anschließend Freimessung. Pro: Material endgültig weg, Bodenaufbau frei. Con: Aufwendig — typisch 90–180 €/m² Sanierungskosten.

Was Sie KEINESFALLS tun dürfen

Schwarzkleber ist DIE häufigste Asbest-Quelle bei privaten Renovierungen — und die häufigste Ursache für nachträglich entdeckte Faserbelastung in Wohnungen. Lassen Sie immer prüfen, bevor Sie alte Bodenbeläge entfernen.

Wann lohnt sich welche Variante?

Verdacht in Ihrem Boden?

Wir machen vor Ort Probebohrungen, schicken die Probe ins Labor und beraten zur passenden Sanierungsvariante. Mit Kosten-Transparenz beider Wege.

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