1. Eternit-Dachplatten und Wellplatten
Das vermutlich bekannteste Asbest-Produkt: graue, faserige Welleternit-Platten auf Dächern, Carports, Schuppen und Industriegebäuden. Hergestellt bis 1991 enthalten sie typischerweise 8–15 % Chrysotil-Asbest. Erkennbar an der charakteristischen Wellenform und der körnigen, leicht rauen Oberfläche. Kritisch: Verwitterte Platten setzen kontinuierlich Fasern frei — schon ein Hochdruckreiniger reicht aus.
2. Bodenfliesen mit Schwarzkleber
Unter Vinyl- oder PVC-Bodenbelägen aus den 1970ern und 80ern liegt oft ein schwarzer, harziger Kleber — der berüchtigte „Schwarzkleber". Dieser enthält bis zu 60 % Asbest und ist eine der häufigsten Asbestquellen im Wohnbereich. Mehr dazu in unserem ausführlichen Artikel Asbest im Fliesenkleber.
3. Cushion-Vinyl-Beläge (Flex-Platten)
Quadratische, marmorierte Bodenfliesen mit ~30 × 30 cm — typisch für Keller, Flure und Küchen der 70er-Jahre. Enthalten häufig Asbest in der Trägerschicht. Werden sie zerbrochen oder geschliffen, ist der Faseraustritt erheblich.
4. Spritzasbest in Brandschutzbereichen
Hier wird es richtig gefährlich: Spritzasbest wurde als Brandschutz in Heizungsräumen, an Stahlträgern, in Treppenhäusern und Lüftungsschächten aufgebracht. Er ist weich, faserig und setzt schon bei leichter mechanischer Belastung große Mengen Fasern frei. Spritzasbest hat in Deutschland höchste Sanierungspriorität.
5. Asbestzement-Lüftungsrohre und Blumenkästen
Graue, raue Rohre in Kaminen und Lüftungsanlagen — sowie überraschend oft Blumenkästen auf Balkonen aus den 70ern. Auch Wasserrohre in alten Mehrfamilienhäusern können asbesthaltig sein.
6. Fensterkitt, Dichtungen und Brandschutzklappen
Oft übersehen: Asbest steckt auch in Dichtungsmassen, Kitt rund um alte Fenster, Brandschutztüren, Heizungsdichtungen und in der Innenisolierung von Nachtspeicheröfen. Diese Anwendungen sind klein, aber wenn aufgebohrt oder demontiert wird, ist der Faseraustritt punktuell hoch.
Wie Sie sicher prüfen lassen können
Sicht allein reicht nie aus. Asbest lässt sich nur durch eine Materialprobe sicher bestimmen. Wir entnehmen die Probe staubarm, schicken sie an ein akkreditiertes Labor (FTIR- oder Polarisationsmikroskopie) und Sie erhalten innerhalb von 3–7 Werktagen ein schriftliches Gutachten. Kosten: typischerweise 50–120 € pro Probe.
Faustregel: Wenn das Haus vor 1993 gebaut wurde und Sie eines der oben genannten Bauteile vor sich haben — gehen Sie davon aus, dass Asbest enthalten ist. Lassen Sie nicht selbst Hand anlegen.
Was Sie keinesfalls tun sollten
- Nicht bohren oder schleifen — auch nicht für "nur ein Bild an der Wand"
- Nicht eigenständig entfernen — Sanierung ist nach TRGS 519 nur durch Fachbetriebe erlaubt
- Nicht im Hausmüll entsorgen — Sondermüll, gehört zur Schadstoff-Sammelstelle
- Nicht mit dem normalen Staubsauger entfernen — Fasern gehen durch normale Filter durch
Wir machen eine kostenfreie Sichtinspektion vor Ort, entnehmen bei Bedarf Proben und beraten Sie zu Sanierungs- und Förderungsmöglichkeiten. Kein Druck, kein Vertragszwang.
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